Tatzen vor Gericht ?

Da haben die Anwälte der Firma Jack Wolfskin das Internet durchforstet und sind ausgerechnet auf die Hobbybastlerplattform „DaWanda“ gestoßen. Dort verkaufen junge Mütter und Hausfrauen liebevoll gefertigte Einzelstücke und Kleinserien, kreative Nähereien, Strickereien, Strickereien und anderes. Die Anwälte der Firma Jack Wolfskin stießen in diesem Zusammenhang auf die unberechtigte Verwendung des Tatzenlogos. Es hagelte Abmahnungen mit einer saftigen Anwaltskostenrechnung nebst Unterlassungserklärung mit der enthaltenen Verpflichtung, im Wiederholungsfall eine saftige Strafsumme zahlen zu müssen.

Bei allem Respekt für die Marken, schießt man da nicht mit Kanonen auf Spatzen.? Ist die Verwechslungsgefahr eines handgefertigten Kirschkernkissens mit Tatzenlogo mit Outdoorbekleidung wirklich so groß?

Liebe Firma Jack Wolfskin,

wie wäre es mal mit Großmut, mit „Leben und Leben lassen“, denn die derzeitige Kampagne schadet euch eindeutig mehr, als sie euch bringt.

Im übrigen denke ich immernoch, dass man die Verhältnismäßigkeit wahren muss. Habt ihr keine eigene Rechtsabteilung, die im Vorfeld mit einfacher E-Mail die DaWanda Verkäufer auf das Markenrecht hätte hinweisen können, mit einem vorgefertigten Standard-5-Zeiler vielleicht? Muss es gleich eine große Anwaltskanzlei sein deren Rechnung bei einem unterstellten Umsatz von ca. 20-25.000 EUR (ha ha !) gleichmal schnell Anwaltskosten in Höhe von knapp 1.000 EUR generieren darf?

Ich denke da stimmt etwas nicht in diesem Land.

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5 comments

  1. Julius’s avatar

    Ich denke, dass das rabiate Vorgehen des Outdoorausstatters ein Schuss ins eigene Knie ist: Ich jedenfalls werde von neuen Jack-Wolfskin-Abstand nehmen.

  2. Alex’s avatar

    Ich habe mir eben mal das Logo auf Fleece-Shirts & Co. angeschaut und kann da nun nicht wirklich eine Ähnlichkeit mit den Dawanda-Sachen sehen … die Pfoten da sind viel rundlicher und knuffiger, während mir erst jetzt aufgefallen ist, daß bei Jack Wolfskin auch Krallen an den Pfotenabdrücken sind.

    Ich finde auch, da hätte die eigene Rechtsabteilung oder Sprecherin von Jack Wolfskin einfach nur eine nette Aufforderung an die Dawanda-Handarbeiterinnen schicken müssen, daß diese ihre Produkte unterlassen, andernfalls würden sie eine richtige Abmahnung kriegen. Das hätte garantiert gereicht, da keiner unbedingt so eine Abmahnung haben möchte, und die ganze Angelegenheit hätte eine halbe Stunde Arbeit bei Jack Wolfskin, ein bißchen Papier, ein paar Briefumschläge und -marken gekostet.

  3. Lucy’s avatar

    Was willst du von einer Firma erwarten, deren einziges Ziel ist, soviel Kohle wie möglich zu scheffeln?

  4. 33silvester’s avatar

    @Lucy
    Das stimmt schon, früher konnte man die Sachen von Jack Wolfskin noch bezahlen und ich mochte die Kleidung auch ganz gern. Die letzten zwei Jacken habe ich (vor 2 Jahren) allerdings schon von Northface gekauft, die waren preislich einfach besser und die Qualität ist gleich.

    Im übrigen fiel mir beim Katzenfutterbestellen gestern auf, dass beinahe jeder Tierfutterversand entweder Tatzenabdrücke auf der Homepage hat, oder zumindest Dinge, z.B. Hundedecken mit Tatzenabdrücken verkauft. Und das kommerziell. Mir ist es nach wie vor schleierhaft, wie die Jack Wolfskin ausgerechnet darauf kommt, die DaWanda-Anbieter abzumahnen.

  5. r|ob’s avatar

    Es wird endlich Zeit, dieses ganze Abmahnverhalten einmal von Rechtsseite her zu stoppen, sonst wird es bald wie in Amerika, wo (ein)geklagt wird bis zur Ohnmacht…

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