übers Stricken – Bücher und Zeitschriften

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Wer liebt sie nicht, die nordischen Strickmuster. Meist zweifarbig gestrickt, oft Sterne, aber auch abstrakte Muster, Rentiere, Blumen und Flächenmuster zieren seit langer Zeit die traditionellen Kleidungsstücke, vor allem Handschuhe, Mützen und Pullover. Die Stricktradition unserer nordischen Nachbarn reicht bis ins 18./19. Jahrhundert zurück.

Sollte man glauben – doch nun stößt man bei Amazon auf das Buch: Nordisch Stricken von Ursula Braun und liest folgendes:

“Ursula Braun erfand 2004 eine neue Schnellstrickmethode für Farbmuster. Seit geraumer Zeit vermittelt sie diese Simultan-Technik mit großem Erfolg in Kursen für Frauen und Männer jeden Alters.
2011 erscheint ihr erstes Buch als Lehrgang für die neue Simultan-Technik. In ihren Modellen vereint sie schlichte Ornamente, Tragekomfort und hust ansprechende Farbgestaltung zu einem hust und verschluck harmonischen Ganzen.”

Das was Frau Braun erfand, ist das Stricken von zweifarbigen Mustern, indem zwei Fäden verschiedener Farben über einen Finger laufen – wow. Angeblich hat sie diese Methode 2004 erfunden, jetzt ein Buch geschrieben und sogar ein Patent angemeldet.

In der Schweiz gibt sie sogar Kurse:

“Simultantechnik – Farbmuster schnell gestrickt
Nordisch stricken soll kompliziert und langwierig sein? Mit der neuen Technik,  von Ursula Braun erfunden und entwickelt, kommen Sie in rasantem Tempo  zu ihrem Lieblingsmodell. Im Kurs erlernen Sie zuest die Technik, dann  können Sie Ihr Modell aussuchen und los gehts in neue Strickdimensionen.  Auch mitgebrachte Modellbeschreibungen können bei Eignung verwendet  werden. Der Kurs bietet für Anfänger und Fortgeschrittenen eine wertvolle  Strick-Innovation.

 Ursula Braun ist Autorin des Buches”Nordisch Stricken” erschienen  2011 im Christophorus-Verlag Oz Freiburg.

  Kurs 1: Freitag    23.09.11 / Freitag    30.09.11    19.00h-22.00h
Kurs 2: Samstag  24.09.11 / Samstag  01.10.11    09.00h-12.00h
Kurs 3: Freitag    28.10.11 / Freitag    04.11.11    19.00h-22.00h
Kurs 4: Samstag  29.10.11 / Samstag  05.11.11    09.00h-12.00h
Kurs 5: Freitag    11.11.11 / Freitag    18.11.11     19.00h-22.00h
Kurs 6: Samstag  12.11.11 / Samstag  19.11.11    09.00h-12.00h
weitere Kurse nach Vereinbarung


Kosten: Fr. 75.-  /  Material: ab Fr. 12.– je nach Modell
Kursleitung: Ursula Braun Tel.             071 648 22 13
Email: music-creations@gmx.ch”

Nun frag ich mich doch mal, wie die alten Norweger, die ja Frau Braun und ihre innovative Simultantechnik noch nicht kannten, weit vor deren Geburt gestrickt haben ? Oder ist deren verschüttetes Wissen jetzt wieder aufgetaucht, just im Jahre 2004? Letzteres kann übrigens kaum sein, denn schon in den 80iger Jahren wandte ich intuitiv diese Technik beim Stricken mehrfarbiger Pullover für mich und meine Kinder an und auch meine Mutter und meine Oma …… na ihr wisst schon, eure ja auch.

Nee, also wirklich, so etwas als neu und innovativ zu verkaufen ist schon ziemlich dumm-dreiste Abzocke.

Schade, dass der Christophorus-Verlag, zu dem OZ-Creativ gehört, auf so eine Autorin reingefallen ist.

Wer übrigens mal lachen will, dem sei der betreffende Thread im Deutschen Stricktreff (ravelry) empfohlen; wer sich beschweren will,  maile bitte an den Christophorus-Verlag, schließlich ändert sich ja nur was, wenn man was tut. (Hartgesottene googeln bitte die Schweizer Vorwahl und wählen die o.a. Telefonnummer)

 

Gestern kam eine SMS, ein Paket für mich sei in der Packstation. Es war schon reichlich spät, kalt und dunkel, aber neugierig wie ich bin, musste ich dennoch gleich loslaufen.

Als Dankeschön für die vielen gestrickten Adventskalendersöckchen kam ein Paket aus Bonn mit schöner Wolle und einem Buch, um das ich schon eine Weile virtuell herumgeschlichen bin.

Vielen lieben Dank, aber das war wirklich nicht nötig.

… hätte ich jetzt wirklich mal endlich gern im Briefkasten, denn das Heft ist so knallermäßig toll geworden, besser geht es gar nicht.

Die Titelbildjacke ist eindeutig mein Beuteschema, natürlich nicht mit lila und rosa.

Der Geburtstag ist schon ein paar Tage her, die Gläser sind leer, der Kuchen aufgegessen, die Blumen verwelkt. Jetzt ist es aber Zeit, die Geschenke näher zu betrachten und hier vorzustellen:

Kind 2 schenkte ein Sockenstrickbuch, der Tipp kam von mir und von Anke.

Wendy D. Johnson – Von der Spitze zum Bündchen (in deutsch)

Und vom Büro durfte ich mir auch etwas aussuchen – natürlich ein Sockenbuch.

“Think outside the sox”:

Und so schön wie ich hier das Titelmodell finde, ich sehe vor meinem geistigen Auge Millionen von Fäden die vernäht werden wollen, Nähte, die geschlossen werden wollen. Diese Socken sind eindeutig nur zum Anschauen, jedenfalls für mich.

Oh je, der letzte Eintrag hier ist schon ein paar Tage her, die Zeit fliegt. Stricktechnisch wird nichts fertig, keine Ahnung warum. Dafür gibt es Neues im Bücherregal. Viel zu sagen brauche ich ja nicht:

Stricktechnisch freut es mich jedenfalls, dass jetzt wieder die warmen kuschligen Sachen angesagt sind. Die Modelle sind klasse, ich bin dann mal lesen !

Tja, was soll man sagen, es vielleicht ein Heft für den zweiten Blick oder anders gesagt, ein Heft, was einen nicht gleich umhaut. Das sieht man übrigens schon am Cover.

Die Designs von Tina, Pullover und Jacke gefallen mir gut, sie sind absolut alltagstauglich. Leider fallen sie einem im Heft überhaupt nicht ins Auge.

Ansonsten gibt es flippige Designerstricksachen, bunte Intarsien und eine Fotostrecke mausgrauer Modelle, das alles spricht mich überhaupt nicht an. Ganz hübsch finde ich diesmal die Strecke “starke Mode” und die Männerpullover.

Ein einziges Highlight für mich gibt es aber doch:

Der Kuschelpullover sieht klasse aus, ganz mein Beuteschema und Wolle dafür hätte ich auch schon.

Heft Nr. 3 der Serie habe ich ja schon und liebe es (obwohl ich noch nichts daraus nachgestrickt habe). Heft Nr. 2 war beim amerikanischen Wollehändler meines Vertrauens im Angebot, also habe ich zugeschlagen. Die Modelle gefallen mir gut. Fr. Lavold trifft voll meinen Geschmack.

Ich bin dann mal blättern.

Die neue Verena ist da, das Sommerheft enthält naturgemäß viele luftige und löchrige Pullis und Kleidchen. Einige sind recht hübsch, andere halt Geschmackssache. Viel zu kritisieren gibt es diesmal nicht. Die meisten Modelle sind tragbar und okay, neben den Lochmustern ist Intarsienstrickerei genauso vertreten wie Jacquardstrickerei. Die Rubriken “Starke Mode” und “Kinder” können bei mir – genau wie in den letzten Heften – leider überhaupt nicht punkten. Und – manche Fotos sind etwas unglücklich, weiße Stola über weißem Kleid ist zwar chic, aber für uns Strickinteressierte genauso schlecht zu erkennen wie schwarzes Kleidchen über schwarzem Unterkleid. Da müsste doch mehr Kontrast in die Bilder.

Richtig angetan bin ich von den 2 Artikeln, einmal geht es ums Tücherstricken allgemein, im anderen werden Orenburg-Strickereien vorgestellt. Die einfachen Tuchmodelle kann man als Abonnent demnächst auf der Homepage der Verena finden.  Im Heft selbst ist ein Orenburg-Muster veröffentlicht, allerdings war ich immer der Meinung dass Orenburg-Strickerei ausmacht, dass auch die Rückreihen mit Muster und nicht nur glatt links gestrickt werden. Außerdem gibt es noch ein Tuch von Birgit Freyer zu finden.

Mein absolutes Lieblingsmodell aus dem Heft ist dieser Pullover, hier könnte ich mir gut eine Winterversion aus Kauni-Wolle vorstellen.

Ach, was gab es in den 80igern langweiligeres als Patentmuster stricken. Sicher, man konnte dieses Muster abwandeln, mit zwei Farben stricken, man konnte Patent oder Halbpatent stricken und zwischen den Strickmethoden des “tiefer Einstechens” oder des “Strickens mit Umschlag” wählen. Und so entstanden in dieser Zeit, zumindest bei mir, recht viele Jacken, Pullover, Mützen und Kindersachen im Patentstrickmuster.

Dass man das gute alte Patent nun aufpeppen kann, recht innovative Muster und Designs daraus zaubern kann, liegt zum einen an den schönen Wollsorten, die es heutzutage gibt. Zum anderen hat sich die Autorin natürlich mit dem Buch richtig viel Mühe gegeben und Westen, Pullover, Kleinteile und Socken kreiert. Ich bin erstaunt und begeistert und werde sicherlich aus diesem Buch etwas nacharbeiten.

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