sonstiges

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Verkäufer: “Wissen Sie, was das ist?”

Wir: “Hmm, wir können uns das so ungefähr vorstellen.”

Verkäufer: “Da kann man Faden mit aufwickeln.”

Wir: “Ahhh.”

Verkäufer: “Na, für 1 Euro ?”

Naja, was soll man da noch machen ? Eigentlich brauche ich ja keinen weiteren Wollwickler (von einem elektrischen mal abgesehen). Aber das Teil musste ich einfach retten, ist doch klar, oder ?

Da wollte “Mann” heute auf den Trödelmarkt und suchte den an der Grünbergallee aus. Dort sah ich die Frau, bei der ich vor einiger Zeit einen Wollewickler gekauft habe und deren Schwester mir dann ihren Maschinenpark zeigte und die Passap verkaufte, wieder. Natürlich bin ich höflich und spreche die Frau an: “Hallo und so, Sie sind doch …. und von Ihrer Schwester hatte ich die Strickmaschine gekauft …., wie geht’s denn so…. . Darauf erwiderte sie, dass sie umzieht in eine kleinere Wohnung und dass sie einen Grobstricker abzugeben hat. (Ich hyperventilierte) und sagte: “Naja, ein Grobstricker würde mich schon interessieren, den hätte ich irgendwie im Hinterkopf, ich müsste da mal drüber nachdenken” und zog mit ihrer Visitenkarte weiter.

Wir halten fürs Protokoll mal fest:

  • Nicht ich wollte auf den Flohmarkt sondern Miezingers Herrchen.
  • Nicht ich habe ausgesucht, auf welchen Flohmarkt es geht, sondern Miezingers Herrchen.
  • Ich habe mich gelangweilt, war froh, als ich die Frau erkannte und wollte nur “Guten Tag” sagen, sonst nichts.
  • Ich habe nicht von Strickmaschinen angefangen, sondern sie hat mir gleich den Grobi angeboten.
  • Ich habe überlegt, bin dann sogar noch eine Runde gelaufen (um dann gleich für morgen einen Besichtigungstermin zu machen).

Hui, wenn alles gut geht, habe ich morgen einen Grobstricker von Brother. Und da ich ja seit dem Workshop in Bredbeck weiß, dass man neben der Passap mindestens noch eine Einbettmaschine und einen Grobstricker haben muss darf, finde ich das jetzt auch sehr okay und meinen Maschinenpark auch nicht übertrieben groß, oder ?

Ich werde berichten.

Seitdem denke ich jedenfalls nur noch an Unmengen von dicken Pullovern und Jacken. Ich meine, man könnte sogar mit Garn, welches als 4-fach und 6-fach-Wolle in den gleichen Farben angeboten wird, auf beiden Maschinen einen Pullover stricken, Vorder- und Rücktenteil und die Ärmel auf dem Grobi, den Rollkragen aus dünnerer gleichfarbiger Wolle, rechts/links oder patentgestrickt, dann mit dem Matratzenstich zusammengenäht oder vielleicht mit einem Linker …… man könnte ……… man könnte ……… hui (Luftholen !)

Mir fallen nur Gründe ein, die für die Maschine sprechen:

  • Ich kann dann auch dickere Wolle verarbeiten, bin nicht auf Wolle bis maximal 4-fach-Sockenwolle beschränkt,
  • so eine Einbettmaschine passt locker unters Bett,
  • eine Brother Maschine habe ich ja schon, da ist das Prinzip bestimmt ähnlich und ich muss mich nicht umgewöhnen,
  • ich trage gern Jacken und Pullover auch aus dickerer Wolle,
  • der Preis ist okay und noch verhandelbar.

werden wohl keine Freunde, ich geh dann mal ribbeln.

Klar, in der Anleitung steht, man soll die Wolle nach jedem Streifen kappen, das geht aber bei der rutschigen Punto-Wolle nicht. Und – schaut man bei ravelry genauer hin, liegt wahrscheinlich immer das Baby genau auf dieser Stelle bzw. haben einige Decken genau so eine unschöne Stellen, wie meine. Das geht gar nicht.

Hat vielleicht jemand von euch eine Idee für das unsichtbare Mitführen des nicht genutzten Fadens ?

Es ist ja auch nicht so, dass ich eine Babydecke brauche, mir gefiel das Muster unheimlich gut und etwas zum mindless stricken kam mir gerade recht. Schade eigentlich.

Noch heute will die Regierung ein riesiges Sparprogramm vorstellen. Von Einschnitten bei den Rentenbeiträgen für Langzeitarbeitslose, Verkürzung der ALG I-Zahlungen bei älteren Arbeitslosen, Abstrichen beim Elterngeld, Kürzungen bei den Fördermitteln für Erwerbslose, Arbeitsplatzabbau im öffentlichen Dienst ist u.a.  die Rede, man erwägt die Aussetzung des Wehrdienstes – doch sinnvoll und sozial  gerecht geht anders.

In Deutschland ist das Geld knapp. Doch wen wundert das, wurden doch in den vergangenen Monaten durch Abwrackprämie, Kurzarbeiterregelung, Konjunkturprogramme, Bankenrettung und Griechenlandhilfe Millionen, Milliarden, wahrscheinlich Billionen zum Fester rausgeworfen. Gelder, die Deutschland vermutlich nie hatte. Wenig später kam dann das große Erwachen – die Absatzzahlen der Autoindustrie brechen ein (wer hätte das gedacht), die Hypobank braucht immer mehr Geld, der Euro befindet sich im freien Fall, trotzdem man überstürzt und im Alleingang  schnell und kurzerhand ungedeckte Leerverkäufe verboten hatte und Griechenland entpuppt sich wohl als Milliardengrab. Alles umsonst, Geld weg !

Pro Kopf beträgt die Schuldsumme mittlerweile mehr als 20.000 EUR. Ich wette jetzt mal, dass fast jeder einzelne Bundesbürger diese “Pro-Kopf-Schuld” sinnvoller abbauen könnte, als die Regierung es derzeit mit einer Hau-Ruck-Aktion nach der anderen tut.

Was mir richtig Angst macht, ist die Hast, mit der neuerdings die Maßnahmen beschlossen werden; es werden weder Erhebungen angestellt, Szenarien durchgespielt Prognosen entwickelt und Alternativen in Betracht gezogen, noch Wirtschaftsweise oder Finanzexperten angehört. “Es gibt keine Alternative” und basta. Die Idee wird durchgepeitscht und verpufft – oh Wunder.

Und was mich wirklich aufregt, ist die Ignoranz der Politik zu den Vorschlägen der Wirtschaftsexperten  zur Konsolidierung des Haushaltes, die seit Jahren und gebetsmühlenartig  auf  Subventionsabbau, Besteuerung von Vermögen, ein steuerfinanziertes Krankenversicherungs- und Sozialsystem und ein einfacheres Steuersystem ohne Ausnahmen und Sonderregelungen dringen und nicht erhört werden.

Stattdessen regiert Ignoranz, Unwissenkeit, Lobbyismus und Dummheit, selbst der gesunde Menschenverstand ist ausgeschaltet. Armes Deutschland. Und angesichts der bevorstehenden Fußball-WM ist ja auch die Chance groß, dass tiefe Einschnitte für die Bevölkerung in den Medien vernachlässigt werden.

So, nun bin ich nach einem intensiven Workshopwochenende wieder zu Hause. Aber noch nicht ganz hier, denn die Gedanken kreisen um die Strickmaschine. Ich habe an diesem Wochenende so viele Dinge gesehen und gelernt. Allein hier zu Hause hätte ich wahrscheinlich nie so mit der Maschine stricken gelernt.

Ich habe viele nette Leute im richtigen Leben kennengelernt, einige kannte ich schon durch das Bloggen und eine Teilnehmerin kannte ich vorher sogar schon persönlich – “winke” nach Bonn !

Schön war, dass ich – obwohl ich keine Maschine dabei hatte – hier und da stricken durfte. Schön war auch, dass die Profis den Anfängern und zwar jeder jedem jederzeit alles geduldig erklärt haben. Ich weiß nun, was viele Teile der Ausrüstung der Maschine bedeuten, wozu man sie verwendet und wie man sie benutzt, wie die Maschine auf verschiedene Einstellungen reagiert und worauf man achten muss.  Ich habe Teile kennengelernt, z.B. den Tricofit, den Linker, den Umhängeschlitten, von denen ich vorher nie gehört hatte.

Also vielen lieben Dank an alle ! Und vielen lieben Dank vor allem an Sanne für die tolle Organisation.

Und – ich habe eine Socke gestrickt, jawoll !

Sie ist zwar nicht perfekt, und wurde wieder geribbelt, aber man beachte bitte die Ferse. Und das ist schließlich der komplizierteste Teil der Socke.

Und wer denkt, dass man eine Socke mal eben so schnell auf der Maschine runterratscht, der hat sich geirrt.  Auch an Maschinensocken muss man richtig arbeiten. Und – es macht Spaß und bringt einen gelegentlich zur Verzweiflung.

Ich freue mich schon auf den nächsten Workshop in zwei Jahren.

Schon lange bin ich in Berlin auf der Suche nach einen relativ passablen Wollgeschäft, aka LYS. Da die kleinen Läden meist bereits um 18 Uhr schließen, ich aber erst um 17 Uhr Feierabend habe ist mein Aktionsradius auf dem Heimweg eingeschränkt. Die Chance, in diesem Zeitfenster überhaupt einen Wolleladen zu den Öffnungszeiten zu erreichen, ist nicht sehr groß. Natürlich bleiben noch die großen Kaufhäuser und der Bastelladen, aber an das Angebot eines Wolleladens kommen sie natürlich nicht ran.

Also, lange Rede …. Gestern war ich in Berlin-Tegel, dort ist in der Grußdorfstraße der Laden “Die Masche“. Dort bekam ich alles, was ich wollte und noch mehr. ;o) Kaufen wollte ich eigentlich nur ein Nadelspiel für die Ärmel der York-Jacke und neue Nadelspitzen. Aus dem Laden kam ich mit

  • einem Nadelspiel und Nadelspitzen von KnitPro
  • einem Knäuel Noro Kureyon Sock Yarn in Grüntönen für ein weiteres Travelling-Woman Tuch
  • zwei Knäueln Opal “Antonia aus Tirol” für die Tigerkatzensocken
  • einem Strickheft Noro World of nature Nr. 22.

Außerdem gab es dort nordische Garne, Kauni, Zauberbälle, Noro, Garne von Lana Grossa, viel viel Sommergarn und eine sehr nette kompetente Inhaberin.

Also, auch wenn ich nach der Arbeit wirklich rennen muss, in diesen Laden werde ich jetzt regelmäßig gehen.

vermehrt sich bei der Entwicklung des Wollepreises  (hier am Beispiel des Preises eines Knäuels Noro Silk-Garden in meinem Lieblingsonlineshop in den USA) der Wert meines Wollevorrates dramatisch.

Selbstverständlich ist diese Wertentwicklung dem sinkenden Kurswert des Euro geschuldet. Deshalb machen Wollekäufe in den USA derzeit wenig Sinn, jedenfalls ist die Wolle dort derzeit nicht günstiger als hier.

Noch dramatischer entwickelte sich aufgrund des Umrechnungskurses zum Dollar der Goldpreis in Euro in den vergangenen Monaten:

Wer also derzeit genug Wolle und/oder Gold im Vorrat hat, kann sich glücklich schätzen. Theoretisch.

Gleiches gilt angesichts der steigenden Butterpreise wohl auch für den Buttervorrat im Kühlschrank, aber der ist ja irgendwann ranzig. ;o)

Wegen des auf Island ausgebrochenen Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen wurden die von mir in Großbritannien bestellten Strickzeitschriften verspätet geliefert.

Durch selbigen Vulkan verzögert sich auch meine Lieferung an Bastelmaterial, Edelsteine, Perlen und Korallen aus Hongkong.

Und jetzt das:
Wegen der Zahlungsunfähigkeit von Griechenland verteuert sich in meinem Lieblingsonlineshop in den USA die Noro-Wolle aus Japan.

Ich habe jetzt so ein Pulloverblockingdingens. Wie es richtig heißt, habe ich vergessen und das, obwohl es sehr schwierig war, im Internet so ein Teil zu finden. Fündig würde ich dann in Lerwick auf den Shetlandinseln, wo ein vermutlich whiskyerprobter Tischler schon mal ein paar Löcher in eine Vielzahl von Leisten gebohrt hatte. Selbst mit Aufbauanleitung wäre ich nicht in der Lage gewesen, das Ding zusammenzubauen. Glücklicherweise schafft der Hausherr solche Sachen ohne auf die Anleitung zu gucken.

Das ist jetzt jedenfalls noch ein Grund, die Autumn-Jacke schnell fertig zu stricken.

In Berlin wurden durch den ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) an den Stellen, an denen Radfahrer tödlich verunglückten (2009 – 9 und 2008 – 11 Radfahrer) weiß besprühte Räder mit einem kurzen Hinweis auf das Alter des Radfahrers und den Unfalltag aufgestellt. So steht seit Kurzem an der Kreuzung Greifswalder Str./Thomas-Mann-Str. so ein Rad mit dem Hinweis, 18. November 2009 – 24-jähriger Radfahrer.

Das Geisterrad regt zur Diskussion unter den an der Fußgängerampel wartenden Passanten an.  Da ich diese Kreuzung beinahe täglich benutze, habe ich schon diverse Kommentare gehört, die sich allerdings alle unter einem subsumieren lassen: “Diese Kreuzung ist gefährlich.”

Aber so einfach ist es nicht.

Betrachtet man in Berlin die Gegebenheiten, so ist es für Radfahrer nicht immer einfach, gut und sicher zum Ziel zu kommen. Da teilen sich Radfahrer die Busspur mit den Bussen der BVG, touristischen Bussen, deren Fahrer dies nicht kennen und den alles andere als rücksichtsvoll fahrenden Taxifahrern. Da enden Bus-/Fahrradspuren plötzlich im fließenden Verkehr, das behindern rechtsabbiegende Fahrzeuge die geradeausfahrenden Radfahrer.

Aber auch die Radfahrer fahren alles andere als vorsichtig, rücksichtsvoll und vorschriftskonform. Rote Ampeln, gerade Fußgängerampel zählen für Radfahrer wenig, Radwege werden in beiden Richtungen gefahren, Autos abgedrängt, auf Vorfahrt bestanden, andere Radfahrer werden geschnitten und es wird kurzerhand auch schon mal in entgegengesetzter Richtung auf Fahr- und Busspuren gefahren, sich also in den Gegenverkehr begeben.

Ich denke, man muss immer beide Seiten sehen. Die vollständige Meldung zu diesem Geisterrad lautete nämlich

18. November 2009

Ein 24-jähriger Radfahrer mißachtet von Süden auf der Greifswalder Straße kommend gegen 5:30 Uhr das Rotlicht und prallt auf einen PKW. Der Radfahrer wird schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht und erliegt dort am 19. 11. seinen Verletzungen.

Der Radfahrer ist also in völliger Dunkelheit über eine rote Ampel gefahren und wurde wurde von einem PKW erfasst. Natürlich ist es immer tragisch, wenn ein Mensch stirbt. Aber hier wäre es sicherlich angebracht, ebenso an den PKW-Fahrer zu denken, der in diesen Unfall verwickelt wurde, sich verkehrsgerecht verhalten und nun vielleicht auch viele schlaflose Nächte hinter sich hat.

Insgesamt würde ich mir wünschen, die Geisterräder würden  differenzierter Auskunft über den Unfall geben. Denn wie gesagt, so einfach ist das nicht.

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