Jacken und Pullover

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Das wäre Buttercup vor dem Separieren der Ärmel.

Wäre, wohlgemerkt, denn es  ist schon der zweite Versuch und auch dieser muss geribbelt werden. Das Teil hat auf den Schultern gar keinen Halt, der Ausschnitt ist viel zu groß und da hilft es auch nicht, noch ein paar Runden mit einer kleineren Nadel drumrumzustricken, wir reden da von bestimmt 5 cm auf jeder Seite. Es bleibt nur, noch eine kleinere Größe zu wählen, vielleicht auch die Nadel noch 0,25 mm kleiner.

Irgendwie habe ich im Moment kein Glück, die richtige Größe des Strickstücks zu erwischen – obwohl hier sogar die Maschenprobe stimmt. Ich verstehe es nicht.

Jetzt werde ich erstmal das Dornröschentop weiterstricken und auf neue Überraschungen warten.

Mal sehen, ob meine Kampfstrickgegnerin schon ordentlich aufgeholt hat.

… und diesmal habe ich zwangsläufig alles alleine gemacht, Zusammennähen = ich, Ärmel einnähen = ich, Fäden verstechen = ich, fehlt noch Reißverschluss einnähen = ich (denn meine Mutter ist den Sommer über immer im Garten). Jo !

Und – tada ! – dies ist wirklich mein erstes Strickstück mit richtigen Armkugeln.

Die Nähte werde ich aber nochmal mit der Nähmaschine sichern, denn beim Nähen mit dem Originalgarn löste sich dieses durch das mehrfache Durchziehen durch das Gestrick doch recht schnell auf. Auch werde ich die Schulternähte noch mit einem Nahtband versehen, damit das Gestrick etwas Festigkeit erhält. Die Wolle gibt ganz schön nach, mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Ansonsten ist es natürlich viel zu warm um die Jacke zu tragen.

Noch ein paar Details: Verbrauch 550 Gramm Noro Silk Garden Farbe 211, gestrickt mit Nadeln Nr. 4 (angegeben war Nadelstärke 5)  dafür habe ich eine größere Größe gewählt (XL statt L) und die Jacke habe ich beinahe 10 cm länger als angegeben gestrickt, insgesamt ist fast sie 70 cm lang.

So, fertig gestrickt ist die Jacke und einmal gewaschen. Das Material hat sich entspannt. Nun muss ich noch nähen und einen Reißverschluss kaufen, die Abschlussarbeiten sind überschaubar. Mir gefällt die Jacke gut.

Es geht voran, und da ich jetzt auch ein Nadelspiel in Stärke 4,5 mm habe, werde ich heute noch die Ärmel anschlagen. Der Zwischenstand sieht so aus:

Die Vorderteile:

und hier der aus zwei Knäueln gleichzeitig gestrickte Rücken:

Noch zieht sich das Gestrickt mächtig zusammen, aber da in der Wolle viel Seide enthalten ist, wird es etwas ausleiern, was hier durchaus erwünscht ist.

Ich sag’ mal so: Manche Probleme erledigen sich wirklich von selbst.

Superschlau wollte ich sein, nicht nähen und überall den gleichen Farbverlauf haben. Also habe ich alle Maschen, die vom Vorder-, Rücken- und anderen Vorderteil gemeinsam angeschlagen, ein Stück gestrickt und festgestellt, dass der Farbverlauf der Noro-Wolle viel zu kurz ist, um bei fast 200  Maschen auch nur kleine Streifen zu bilden. Andererseits sind zu viele Knoten in der Wolle, um mit mehreren Knäueln nacheinander zu stricken, ohne den ganzen Wollevorrat gnadenlos zu zerstückeln.

Also zurück zur Anleitung und Teile mit verschiedenem Farbverlauf gestrickt. Die beiden Vorderteile sind bis zum Armausschnitt fertig und werden – je nachdem wie die Farben besser mit dem Rücken zusammen passen – dann als linkes oder rechtes Vorderteil weitergestrickt. Dann habe ich das Rückenteil angeschlagen. Aber auch bei dieser Maschenzahl gefiel mir der Farbverlauf nicht, er wurde einfach zu kurz im Vergleich zu den Vorderteilen. So habe ich das Rückenteil nochmal geteilt und stricke mit zwei Knäueln. Super, denn vor einigen Minuten bin ich auf die Idee gekommen, dass ich auf diesem Wege die Jacke in einem Teil hätte stricken können, mit 4 Knäueln eben. Aber nö, etwas Herausforderung muss ja auch dabei sein, also lernen wir mal den Matratzenstich. Gmpf !!

Zur Entscheidung Reißverschluss oder Knöpfe habe ich übrigens auch schon eine Tendenz, denn ich habe vorsichtshalber das Stricken der Randmaschen in kraus rechts ignoriert und einfach die jeweils erste Maschen abgehoben. Das schreit nach Passe anstricken oder I-Cord mit der Tendenz zu Knöpfen. Finde ich eh schöner, jetzt.

Und noch etwas: Nie im Leben wollte ich Noro-Wolle kaufen. Aber wenn man die Silk-Garden in den Händen hält, so leicht und weich und so intensive Farben, das ist schon toll. Lediglich die Knoten und der Preis stören noch etwas. Zu letzterem habe ich gerade gelesen habe “Wenn man sich erst einmal an den Preis gewöhnt hat, dann geht’s eigentlich.” Genau !

Und wenn der Kater das Strickzeug frei gibt, geht es gleich weiter, denn das Stricken macht unheimlich viel Spaß, man wartet schon immer auf die nächste tolle Farbe.

… beim Aufschneiden der Steeks ist übrigens ein Hilfskater.

Jetzt ist alles aufgeschnitten und festgenäht, und ich habe den unteren I-Cord auch schon abgeschnitten. Den stricke ich als erstes wieder neu, und zwar ganz rund rum um die Jacke.

Bei den Ärmeln muss ich mir noch überlegen, ob ich sie – wie in der Anleitung gleich direkt dran stricke, mit der Konsequenz, dass beide Ärmel einen unterschiedlichen Farbverlauf haben werden. Oder – ob ich wie ursprünglich geplant – beide Ärmel gleichzeitig und extra stricke. Da müsste ich bloß ganz sicher gehen, dass ich die richtige Weite der Ärmel hinbekomme. Mal sehen, noch ist ja Zeit zum Überlegen.

So einfach ist es nicht, wissen wir doch alle: The first cut is the deepest. Und dieser hier geht mitten ins Herz.

Soll ich oder soll ich nicht ?

Okay, ich werde erstmal die Schulternähte zusammenstricken und dann tief Luft holen. Drückt mir die Daumen !

vor dem Anschlagen des Steeks für den vorderen Halsausschnitt mal in das Körperteil hineinschlüpfen. Gut, mit geschlossenen Armlöchern ist das natürlich sowieso keine gute Idee. Aber ich bin momentan so hin- und hergerissen, ob die Jacke denn auch passen wird. Die gemessene Weite ist okay, jedoch das Augenmaß sagt etwas anderes. Egal, jetzt wird weitergestrickt. Alles in allem ist das Stricken mit Steeks eine Angelegenheit für Leute mit sehr guten Nerven (nichts für Weicheier, so wie mich!)

Es fehlt jetzt noch eine Blätterreihe, dann kommt der hintere Ausschnitt und dann bin ich mit den Körperteil auch schon fast fertig.

Den Wechsel der Farbe der Blätter vom Vordergrund in den Hintergrund finde ich genial. Diesen Effekt erzielt man nur, wenn man das Strickstück mit nur einer Sorte Wolle strickt und die Farben gegeneinander versetzt. Völlig andere Effekte entstehen beim Verwenden von zwei verschiedenen Farbverlaufsgarnen für den Hintergrund und das Einstrickmuster.

Die Armlöcher sind erreicht, die Steeks dafür sind angeschlagen. So sieht die Jacke heute aus:

Jetzt folgt noch eine ganze Blätterreihe, dann beginnt der vordere Ausschnitt.

Diesmal sieht man den Keil, der beidseitig unter den Armen eingestrickt wird und der an den Ärmeln als Dreieck, ähnlich wie beim Gansey, fortgesetzt werden muss.

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