Unser Dr. „strgC – strgV“ a.D.

Oh man, da hat sich unser Verteidigungsminister wohl eine Doktorarbeit zusammenkopiert, aus verschiedenen Quellen, vom Reiseführer bis zur Erstsemesterarbeit. Sollte dem so sein, ist das Betrug. Hier fand man heraus, dass auf über 68 % der Seiten der Doktorarbeit eine oder mehrere Textpassage aus nicht zitierten Quellen zu finden sind. Noch eindrucksvoller natürlich ist die Grafik:

Quelle: GuttenPlag

Auch wenn Herr Googleberg nun um Schadensbegrenzung bemüht, den Doktortitel schnell los werden möchte, ist damit das Ansehen des einstigen Shootingstars gründlich ruiniert. Mag er als Minister – mit oder ohne Doktortitel noch so gut sein – es bleibt ein fader Beigeschmack von Lug und Betrug, Unehrlichkeit und falscher Versicherungen à la Barschel . Da nützt es auch wenig, wenn sich die Kanzlerin hinter ihn stellt, damit schadet sie eher dem Ansehen der gesamten Regierung.

Ich bin gespannt, ob er sich als Minister halten kann.

2 comments

  1. Sonja’s avatar

    Ich stricke ein Werk, fotografiere es und stelle das Foto ins Web. Dummerweise hab ich mich bei einem Mustersatz von einem Muster aus dem Web inspirieren lassen, hab’s dann aber aus dem Kopf gestrickt, denn ich weiß nicht mehr, wo ich die Idee herhab. Schon habe ich ein Plagiat. oder ich schreib den Verweis „RaverLy“, aber erst am Ende meines Blogeintrags. Wieder koennte ich angeklagt werden, weil die Herkunftsangabe zu ungenau ist. Das passiert natürlich nicht, weil ein Strickmuster zu unwichtig und ich ein Nobody bin. Aber im Analog passiert genau das Herrn zu Guttenberg. Ok er hat Fehler gemacht.
    Ich finde viel wichtiger, mit welchen Konsequenzen muessen diejenigen leben, die das Werk mit summa cum laude beurteilt haben. Sind diese nicht noch die viel groesseren wissenschaftlichen Untaeter?

    1. 33silvester’s avatar

      Hallo Sonja,
      wenn sich auf über 70 % der Seiten der ehemaligen Doktorarbeit Passagen finden lassen, die wortwörtlich abgeschrieben sind, kann man wohl kaum von Zufall sprechen. Wenn man – wie du es schilderst – EINE Quelle im Kopf hat und diese so verinnerlicht hat, dass man denkt, es wären eigene Gedanken oder Formulierungen – Schwamm drüber. Aber nicht bei der Vielzahl der Passagen.

      Dein Vergleich hinkt insofern auch, als dass bei deinem geschilderten Fall nicht so ein massiver Schaden eingetreten ist. Passender wäre folgendes:

      „Man kann ja auch nicht, nachdem man eine rote Ampel überfahren hat und drei Fußgänger schimpfend auf der Kühlerhaube kleben, einfach den Rückwärtsgang einlegen und behaupten man sei ja auch wieder vor dem Zebrastreifen zum Halten gekommen, wenn auch ein bisschen spät, aber das mache eben nix, weil keiner ist wirklich verletzt, und es sei ja nicht so schlimm… „*
      *Zitat Kommentar bel: http://holyfruitsalad.blogspot.com/2011/02/sehr-geehrte-frau-bundeskanzlerin.html#comments

      In meinen Augen hat unser Verteidigungsminister getäuscht, gelogen und betrogen. Das wiegt schwer, da er zum einen als Bürgerlicher gerade humanistische Werte verkörpern sollte, zum anderen schadet er damit dem Ansehen der gesamten Bundesregierung.

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